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Gesellschaft für Informatik

Fachgruppe "Informatik und Ethik"

Situation

Informatik als Wissenschaft und Profession unterliegt einem ständigen Wandel, ebenso die auch die Gesellschaft, in der wir leben. Sie stellt entscheidende Leittechnologien her, die inzwischen alle Lebensbereiche durchdringen. Dies führt dazu, dass das professionelle Handeln von Informatikerinnen und Informatikern in wohl allen privaten und öffentlichen Lebensbereichen zeitigt. Das Internet hat die Bedeutung von IuK-Technologie weiter erhöht und auf ein globales Niveau gehoben. Industriegesellschaften wandeln sich hin zu Wissens- oder Informationsgesellschaften. Kurz: Die sozialen Auswirkungen moderner IuK-Technologie sind äußerst weit reichend.

Auftrag

Die GI will diese Veränderungen nicht nur passiv beobachten, sondern aktiv mitgestalten. Dazu ist eine breite Diskussion innerhalb der GI notwendig, um der Verantwortung von Informatikerinnen und Informatikern gerecht werden zu können. Diese Diskussion soll auch nach außen getragen werden; die GI will sich "einmischen". Auch deshalb wurde im Jahr 2002 der Arbeitskreis "Verantwortung" von der GI damit beauftragt, ihre ethischen Leitlinien zu überarbeiten. Diese wurden ursprünglich 1994 verabschiedet und unter sicherlich anderen Bedingungen formuliert, als sie heute für das professionelle Handeln von Informatikerinnen und Informatikern zu konstatieren sind.

Ergebnis

Zusammen mit anderen Gruppen und Personen inner- und außerhalb der Informatik haben die Mitglieder des Arbeitskreises in knapp zwei Jahren einen Entwurf zur Reformulierung der ethischen Leitlinien erarbeitet. Es ist der Bereitschaft zur kritischen und produktiven Diskussion innerhalb des Arbeitskreises zu verdanken, dass bereits am 29.01.2004 die überarbeitete Fassung der ethischen Leitlinien vom Präsidium der GI verabschiedet werden konnte. Die primäre Aufgabe des Arbeitskreise war damit erfüllt. Um die kritische Auseinandersetzung mit den sozialen Folgen der IuK-Technologie und der daraus erwachsenden moralischen Herausforderungen für die Informatik als Wissenschaft und Profession zu verstetigen, haben sich die Mitglieder des Arbeitskreises entschlossen, eine Fachgruppe innerhalb der GI zu gründen. Die konstituierende Sitzung dazu fand am 05.12.2003 statt.

Fachgruppe

Die Fachgruppe "Informatik und Ethik" hat mehrere Aufgaben:
1. Sie soll den Diskurs über Verantwortung und Verantwortlichkeit der Folgen des Einsatzes von IuK-Technologie innerhalb der GI wach halten und ebenso nach außen in die Öffentlichkeit tragen. Dies entspricht dem Artikel 13 der ethischen Leitlinien:
Art. 13 Interdisziplinäre Diskurse:
Die GI initiiert und fördert interdisziplinäre Diskurse zu ethischen und sozialen Problemen der Informatik; deren Ergebnisse werden veröffentlicht.
  • Es wird eine Fallsammlung moralischer Konflikte der Informatik als Wissenschaft und Profession erstellt. Sie soll ausführlich dokumentiert und kommentiert werden, wobei dies aus ganz verschiedenen Perspektiven geschehen soll, bspw. aus ethischer, juristischer und auch ökonomischer Sicht.
  • Die Fachgruppe wird Workshops im Rahmen der GI-Jahrestagungen und anderer Veranstaltungen anbieten. Die Bereitschaft, zu entsprechenden Veranstaltungen anderer Gruppen und Institutionen aktiv beizutragen, ist hierbei selbstverständlich.
  • 2. Die zweite wichtige Aufgabe der Fachgruppe wird in Artikel 12 der ethischen Leitlinien eingefordert:
    Art. 12 Mediation:
    Die GI übernimmt Vermittlungsfunktionen, wenn Beteiligte in Konfliktsituationen diesen Wunsch an sie herantragen.
    In Konfliktfällen kann die Fachgruppe, sofern dies von den Betroffenen gewünscht wird, versuchen, zwischen den einzelnen Parteien einen Ausgleich herzustellen und einen Beitrag dazu zu leisten, dass der Konflikt durch Kompromisse beigelegt werden kann. Dabei sollen die ethischen Leitlinien der GI Orientierung geben. Mögliche Konflikte können in unterschiedlichsten Bereichen auftreten, bspw. zwischen Studierenden und Lehrenden, Doktoranden bzw. Habilitanden und Betreuern, Arbeitnehmern und Arbeitgebern, Kunden und Unternehmen. Ziel jeder Mediation ist nicht die juristische Beratung, im Gegenteil: Sie soll die juristische Auseinandersetzung verhindern.

    3. Neben diesen zwei zentralen Aufgaben wird es auch in Zukunft irgendwann wieder notwendig werden, die ethischen Leitlinien weiterzuentwickeln. Auch hier werden die Mitglieder der Fachgruppe "Ethik und Informatik" ihren Sachverstand einbringen.

    Mitarbeit

    Die Fachgruppe ist auf den Sachverstand aus ganz verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, aus Unternehmen und Institutionen angewiesen, da IuK-Technologie nicht nur technische, sondern eben auch soziale, politische, ökonomische und juristische Aspekte aufweist. Hinzu kommt die enge Verknüpfung zu anderen wissenschaftlichen Disziplinen und Professionen, die weitere Kenntnisse und Fähigkeiten fordern. Wir möchten daher alle Interessierten innerhalb und außerhalb der GI dazu einladen, aktiv mitzuarbeiten. Bitte wenden Sie sich dazu an der Sprecherinnen der Fachgruppe:

     

    Sprecherin:
    Prof. Dr. Debora Weber-Wulff
    Internationale Medieninformatik
    FHTW Berlin
    Treskowallee 8
    10318 Berlin
    Tel: +49-30-5019-2320
    Fax: +4930-5019-2300

    Mail: weberwu at fhtw-berlin dot de

    Stellv. Sprecherin:
    Prof. Dr. Christina B. Class
    German-Jordanian University
    PO Box 35247
    Amman 11180
    Jordan

    Mail: christina.class@gju.edu.jo
    www.gju.edu.jo

     


    Letzte Änderung: 
    2008-11-23 14:01

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