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Themengebiet

Das Gebiet des Requirements-Engineering und -Management hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark entwickelt und etabliert. Im Verlauf dieser Entwicklung ist eine große Anzahl von Requirements Engineering Frameworks entstanden. Diese Frameworks haben das Ziel, zentrale Konzepte des Requirements-Mangement detailliert und umfassend zu beschreiben sowie Anleitungen für die Requirements-Praxis zu bieten. Ebenfalls in den vergangenen Jahren hat sich auch die Entwicklung von Software-Produktlinien über weite Teile der Industrie ausgebreitet. Dadurch entstehen neue Herausforderungen an das Requirements-Engineering.

 

 

Der Arbeitskreis „Requirements-Engineering-Frameworks und Produktlinien“ hat das Ziel, einen Überblick über die wichtigsten Requirements-Engineering-Frameworks (RE-Frameworks) zu erstellen, die Relevanz aus Sicht der Industrie zu bewerten und ihre Anwendbarkeit in der Produktlinien-Entwicklung zu untersuchen. Das Ergebnis des Arbeitskreises soll Software-Projekten, die Anleitung für Ihre RE-Prozesse suchen, darin unterstützen, das für sie passende Framework auszuwählen.

 

Der Begriff des RE-Frameworks bezeichnet generische Modelle, die Requirements-Prozesse, -Artefakte, -Organisationen und –Rollen, oder Kombinationen daraus beschreiben und strukturieren. Das Ziel von RE-Frameworks ist es, Prinzipien zusammenzufassen und Referenzmodelle zu schaffen, die unser Verständnis des Requirements-Engineering und -Management verbessern und die Praxis anleiten. Beispiele sind das Requirements Abstraction Model (RAM) (Wohlin und Gorschek, 2006), das Requirements Engineering Reference Model (REM) (Geisberger et al., 2006), die Requirements-Discipline des Rational Unified Process (RUP) (Kroll und Kruchten, 2003), das Volere Requirements Knowledge Model (Robertson and Robertson, 2005), und der IEEE Standard 830-1998 zu Software-Anforderungsspezifikationen.

 

 

 

RE-Frameworks sind üblicherweise auf einer eher generischen Ebene definiert, wodurch sie auf jede Art der Software-Entwicklung anwendbar bleiben sollen. Daneben gibt es Frameworks für bestimmte Geschäfts-Domänen und das spezifische Umfeld einzelner Software-Organisationen. Der Arbeitskreis wird sowohl generische wie auch Umfeld-spezifische RE-Frameworks betrachten.

 

 

Software-Produktlinien (SPL) sind definiert als eine Menge Software-intensiver Systeme, die eine gemeinsame und gesteuerte Menge von Features besitzen, bestimmte Bedürfnisse eines speziellen Markt-Segmentes adressieren, und die aus einem gemeinsamen Satz von Core Assets in einer vorgegebenen Art und Weise entwickelt werden (Clements und Northrop, 2002). In den vergangenen Jahren hat die Produktlinien-Entwicklung für die Industrie zunehmend an Bedeutung gewonnen. Viele Software-Organisationen überführen ihre traditionelle Einzelproduktentwicklung in Produktlinien. In diesem Prozess stehen die Organisationen einer Reihe von technischen und organisatorischen Herausforderungen gegenüber. Viele dieser Herausforderungen betreffen das Requirements-Engineering und ­-Management.

Literatur

  • P. Clements und L. Northrop. Software product lines: Practices and Patterns. Addison-Wesley, Boston, MA, 2002.
  • E. Geisberger, M. Broy, B. Berenbach, J. Kazmeier, D. Paulish und A. Rudorfer. Requirements Engineering Reference Model (REM). Technische Universität München, Technical Report TUM-I0618, 2006.
  • T. Gorschek und C. Wohlin. Requirements Abstraction Model. Requirements Engineering Journal, vol. 11, 2006, pp. 79-101.
  • IEEE Computer Society. IEEE recommended practice for software requirements specifications. IEEE Standard 830-1998, IEEE CS, 1998.
  • P. Kroll und Ph. Kruchten. The Rational Unified Process made easy: A practicioner’s guide to the RUP. Addison-Wesley, Boston, MA, 2003.
  • S. Robertson und J. Robertson. Requirements-led project management. Addison-Wesley, Boston, MA, 2005.