Der Fachbereich vertritt in der
Gesellschaft für Informatik e.V. (GI)
die Themen der Technischen Informatik, d.h. die Architektur, den Entwurf, die Realisierung und den Betrieb von Rechensystemen. Zu den Aufgaben des Fachbereichs gehören die Weiterentwicklung und Weiterverbreitung der methodischen und theoretischen Grundlagen, der in der Praxis anzuwendenden Verfahren und der entsprechenden Hilfsmittel für den Entwurf von Rechensystemen. Neue Hardware-Technologien und die Anforderungen der einzelnen Anwendungsbereiche treiben diese Weiterentwicklungen an. De facto finden sich im Bereich der Technischen Informatik die rasantesten Wachstumsgebiete der Informatik, wenn nicht der Technik insgesamt:
- Seit Beginn der sechziger Jahre ist zu beobachten, wie
Computersysteme bei gleichen Kosten leistungsfähiger oder bei gleicher
Leistung billiger und kleiner werden. Diese Entwicklung wird durch die
Fortschritte in der VLSI-Technologie ermöglicht, die nach Moore's Law
und in Übereinstimmung mit den
Prognosen der Semiconductor Industry
Roadmap alle 18- 24 Monate zu einer
Verdopplung der Leistungsfähigkeit der Mikroprozessoren und weiterer
Hardware-Bausteine führen.
- In ähnlicher Weise hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten
ein eher noch größerer Leistungszuwachs bei der Bandbreite der
Rechnernetze gezeigt. Diese Fortschritte in der Technik und bei den
Protokollen der drahtgebundenen und drahtlosen Netze sind die
unverzichtbaren Grundlagen für LANs, WLANs und Mobilfunknetze bis hin
zum Netz der Netze - dem Internet.
Diese technischen Fortschritte werden sich auch in absehbarer Zukunft mit gleicher Geschwindigkeit fortsetzen. Viele neue technische Fragestellungen werden aufgeworfen, neue Anwendungen und Industriezweige werden daraus entstehen. Diesen Herausforderungen stellen sich die angegliederten Fachausschüsse und Fachgruppen in ihren jeweiligen spezialisierten Fachgebieten.
Allerdings nimmt damit auch die Komplexität zukünftiger technischer Systeme zu, sie werden zwangsläufig nicht mehr zentral beherrschbar und wartbar sein, sondern ihre korrekte Arbeitsfähigkeit weitgehend selbsttätig gewährleisten müssen. Die aus dem Fachbereich hervorgegangene
Organic Computing Initiative greift diese Herausforderungen auf: Computersysteme der Zukunft müssen sich stark an die Belange menschlichen Lebens und Zusammenlebens anpassen; sie müssen flexibler und autonomer als heutige Systeme arbeiten. Sie werden lebensähnliche Eigenschaften haben und werden daher "organisch" genannt. "Organic Computing" befasst sich also mit selbstorganisierenden Systemen, die sich den jeweiligen Umgebungsbedürfnissen dynamisch anpassen. Organische Computer sind selbst-konfigurierend, selbst-optimierend, selbst-heilend und selbst-schützend. Die Realisierung der Vision des Organic Computing ist derzeit eine der größten Herausforderungen für die Technische Informatik. Der Fachbereich "Technische Informatik" arbeitet eng mit der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (ITG) (Link) zusammen, fast alle Fachausschüsse und Fachgruppen gehören gleichzeitig den entsprechenden Fachbereichen der ITG an.