Regionalgruppe Informatik Aachen

Dipl. Inform. Dipl. Wirt.-Inform. Jaroslav Blaha
Senior Information Systems Engineer,
NATO ACCS Management Agency, Brüssel

Strategien zur Softwarebeschaffung in einem Großprojekt

13. Januar 1999, 18 Uhr
Raum 5056, Informatik-Zentrum, Aachen-Hörn, Ahornstraße 55

Kurzfassung

Die Spezifikation, Entwicklung und Implementierung softwareintensiver Systeme in einem europaweiten Rahmen ist eine besondere Herausforderung. Dies insbesondere, wenn das System trotz mehrjähriger Entwicklung auf modernster Technologie basieren soll, eine Lebensdauer von 15 Jahren vorgesehen ist, Realzeit-Komponenten eingebettet sind, Menschenleben von der korrekten Funktion abhängen können und der Budgetrahmen (natürlich) sehr eng gefaßt wird.

Der Vortrag vermittelt einen Einblick in die besonderen Probleme und Lösungsstrategien m aktuellen Beispiel eines solchen Projektes:

Das Air Command and Control System (ACCS) ist ein NATO-Programm zur Erneuerung der bestehenden Flugverkehrskontroll, -planungs und -verteidigungssysteme im gesamten europäischen NATO-Gebiet. Im Rahmen einer evolutionären Beschaffung wird zur Zeit die erste Ausbaustufe mit einem Volumen von 1,2 Milliarden US$ projektiert. Um wesentliche Funktionen und Fähigkeiten innerhalb von fünf Jahren in Dienst zu stellen, wurden einige neue Strategien zur Softwareentwicklung und -integration eingeführt. Diese basieren vor allem auf der massiven Verwendung von Commercial-Off-The-Shelf Software und wiederverwendbaren Komponenten, sowie auf einer offenen, standard-konformen Systemarchitektur und intensiver Berücksichtigung der Unterstützung im gesamten Lebenszyklus. Einige Problembereiche die besondere Beachtung verdienen, sind unter anderem Upgrade bzw. Ersatz kommerzieller Produkte, Wartbarkeit und Portabilität der Software, sowie Urheberrechte bei Erweiterung des Systemverbundes.


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Anita Behle, 18.12.1998